21. Wie viel Selbstorganisation verträgt Führung auf Distanz?

Shownotes

In dieser Episode spreche ich mit Dany Kral über die Übernahme der Geschäftsführung einer Tochtergesellschaft in Freiburg – mit räumlicher Distanz zum Hauptstandort Stuttgart und einem stark wachsenden Team. Dany Kral beschreibt, wie er ab Ende 2023/Anfang 2024 wieder klassische Leitungsstellen eingeführt hat, um Selbstorganisation mit klarer Führung zu verbinden, und wie neue Teamleitungen sowie externe Supervision den Standort stabilisiert haben. Wir sprechen darüber, wie eine offene, wertschätzende und gleichzeitig kritische Kommunikationskultur aussieht und warum er einen dynamischen Führungsansatz bevorzugt, bei dem Mitarbeitende aktiv einbezogen werden. Dany Kral ist seit fast drei Jahrzehnten in derselben Organisation unterwegs – und zwar nicht im Kreis, sondern einmal quer durch ganz unterschiedliche Aufgaben. Heute ist er Bereichsgeschäftsführer im Geschäftsbereich Autismus bei der Paulinenpflege in Winnenden und führt zusätzlich zwei Tochtergesellschaften, die Autista Heilbronn Gmbh und die Autista Freiburg, Gmbh. die Angebote für erwachsene Menschen mit Autismus verantworten. Gestartet ist er damals mit einem dualen Studium der Sozialpädagogik, später kam noch Sozialmanagement dazu – und seitdem hat er den Wandel in der Eingliederungshilfe und in der Sozialwirtschaft aus nächster Nähe mitgestaltet. Spannend ist vor allem sein Weg: vom klassischen Wohnen in der Behindertenhilfe, über den Aufbau eines neuen Geschäftsbereichs Autismus, bis hin zu Unternehmensentwicklung und Digitalisierung im Projekt Vediso. Da wird schnell klar: Arbeit und Leidenschaft verschwimmen bei ihm – besonders, wenn es um neue Methoden, digitale Geschäftsmodelle und Vernetzung im Sozialbereich geht. Mein Tipp: Unsere Bildungs-Akademie bietet viele Trainingsmöglichkeiten wie zum Beispiel "Zusammenarbeiten auf Distanz-menschlich-wirksam-verbindlich", "Multiprofessionelle Teams managen", "Agile Methoden im Projektmanagement", "Die eigene Führungsrolle reflektieren" u.v.m. Wenn Ihr Fragen oder Anregungen zu weiteren Themen habt, nehmt bitte Kontakt zu mir auf über die Homepage: www.bildungs-akademie-mosbach.de oder direkt über kerstin.wollf@johannes-diakonie.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Ein anderer Punkt war, dass ich unterschätzt hatte, dass es auch Mitarbeiter mit arbeitenden Persönlichkeiten gibt.

00:00:10: Die das vielleicht gar nicht möchten oder noch nicht möchten.

00:00:16: Herzlich willkommen in meinem Podcast!

00:00:19: Ich freue mich sehr, dass

00:00:20: du eingeschaltet

00:00:21: hast.

00:00:23: In meinem Podcast spreche ich mit Führungskräften über deren Führungsfehler und wie sie damit umgegangen sind.

00:00:36: Und so auch heute!

00:00:38: Mein heutiger Gast ist seit fast drei Jahrzehnten in derselben Organisation unterwegs – und zwar nicht im Kreis, sondern einmal quer durch ganz unterschiedliche Aufgaben.

00:00:49: Heute ist er Bereichsgeschäftsführer im Geschäftsbereich Autismus bei der Paulinenpflege in Winnenden und führt zusätzlich zwei Tochtergesellschaften, die Autista Heilbronn GmbH und die Autister Freiburg Gmbh.

00:01:06: Die Angebote für erwachsene Menschen mit Autismus verantworten.

00:01:10: Gestartet ist er damals mit einem dualen Studium der Sozialpädagogik.

00:01:15: Später kam noch Sozialmanagement dazu – seitdem hat er den Wandel in der Eingliederungshilfe und in der Sozialwirtschaft aus nächster Nähe mitgestaltet.

00:01:25: Spannend finde ich vor allem seinen Weg.

00:01:28: Vom klassischen Wohnen in der Behindertenhilfe, über den Aufbau eines neuen Geschäftsbereichs Autismus bis hin zu Unternehmensentwicklung und Digitalisierung im Projekt WDISO.

00:01:41: Da wird schnell klar – Arbeit & Leidenschaft verschwören bei ihm besonders wenn es um neue Methoden, digitale Geschäftsmodelle und Vernetzung im Sozialbereich geht!

00:01:52: Und was gute Führung in der Sozialwirtschaft heute wirklich braucht, darüber spreche ich jetzt mit ihm.

00:01:58: Mein heutiger Gast ist Danny Kral.

00:02:06: Ja herzlich

00:02:07: willkommen

00:02:07: lieber Herr Kral!

00:02:08: Ich freue mich ja sowas von, dass Sie heute hier mein Gast sind bei meinem Podcast und... Was mich besonders freut, ist auch dass sie ja so viel mitbringen an Berufserfahrung und trotz dieser Berufserfahrungen auch auf etwas den zurückblicken können was vielleicht nicht so glücklich gelaufen ist.

00:02:33: Und da möchte ich Sie gleich gerne mal dazu einladen davon zu erzählen.

00:02:37: Herr Krahl!

00:02:39: Was ist mal richtig daneben gegangen wo Sie sagen oh das würde ich beim nächsten Mal anders machen?

00:02:45: Ja, dann erst mal hallo auf meiner Seite.

00:02:47: Vielen Dank für die Einladung!

00:02:48: Ich freue mich wirklich sehr dabei sein zu dürfen.

00:02:50: ich habe mir in der Vorbereitung quer gehört und hab in verschiedene Folgen reingehört.

00:02:54: Und ja, findest einen sehr spannenden Ansatz ein tollen Podcast und ja... Sehr schön dass ich dabei sei.

00:03:02: Genau Sie hatten es ja gesagt, ich denke so rückblickend wenn man in der Zwischenzeit so viele Jahre oder auch, in meinem Fall ja schon Jahrzehnte am arbeiten ist.

00:03:12: Dann gibt es sicher nicht den einen Fehler.

00:03:16: das wäre sehr schön wenn man so zurückblickt und hätte nur einen Fehler begangen da gibt sich ja auch bei mir einige.

00:03:24: ganz präsent ist Ja wenn man's Fehler nennt oder eine Fehleinschätzung eher aus der jüngeren Zeit so Anfang zwanzig dreinzwanzig als ich die Geschäftsführung sehr plötzlich die Geschäftsführung einer unserer Tochtergesellschaften in Freiburg übernehmen durfte.

00:03:42: Mein hauptsächliches Betätigungsfeld ist der Großraum Stuttgart, Stuttgard-Winnenden Heilbronn und das Unternehmen war damals im herausfordernden Situation mit sehr vielen Themen und auch den ein oder anderen Schwierigkeiten.

00:04:01: Mir war bewusst, dass ich nicht dauerhaft oder präsent vor Ort sein kann.

00:04:06: Was natürlich auch was notwendig gewesen wäre und was mich von der Herausforderung gestellt hat.

00:04:15: Ich habe einen Background als Unternehmensentwickler mit verschiedenen Konzepten und Ansätzen beschäftigt und mir ist dann relativ schnell gekommen das Thema kollegiale Selbstverwaltung, kollegiale Führung und hat mir gedacht Mensch die Situation dieses nicht vor Ort sein können.

00:04:33: Dieses Fehlend von Leitungsstrukturen Vorort in den operativen Bereichen und Teamste schreit doch förmlich nach dem Ansatz einer kollegalen Selbst Verwaltung.

00:04:43: Und ja... Die Idee war eine gute und sehr spontane aber es hat sich dann im Doing doch gezeigt an einigen Stellen das dass das nicht so ganz zielführend war, wie ich mir das vorgestellt habe.

00:05:00: Darf ich da mal fragen?

00:05:01: Sie haben gesagt oder habe ich das richtig verstanden, dass dort vor Ort keine Leitung war.

00:05:10: also es gab da Gag weil die weggegangen ist, weil sie nicht besetzt war oder weil es gar nicht die Struktur gab.

00:05:18: Genau, doch die Struktur gab es im Prinzip schon.

00:05:20: Also wir hatten ja einen Geschäftsführer vor Ort und wir hatten in den operativen Bereichen Teamleitungen implementiert.

00:05:27: nach dem Weggang oder relativ zeitgleich mit dem Weckern der Geschäftsführung hat uns eine Teamleitung verlassen.

00:05:34: Eine Teamleidung wollte bewusst aus dieser Rolle raus also wollte diese Leitungsrolle nicht mehr übernehmen und deswegen war de facto niemand mit Leitungsverantwortung oder einer Leitungsposition vor Ort.

00:05:53: Es war auch durch eine ziemlich große Dynamik, die vor Ort gehasst hat.

00:06:00: Ja, ich sag mal nicht die Zeit und nicht die Muße diese Stelle nachzubesetzen.

00:06:05: Dann entsprechend auch einzuarbeiten.

00:06:08: und deswegen war meine Entscheidung damals zu sagen versuchen wir es eben mit diesem Ansatz einer kollegialen Selbstverwaltung tun.

00:06:17: die Leitungsaufgaben, die Leitungsthemen verteilen in die Teams und setzen darauf dass man das selbst, oder dass es die Kolleginnen und Kollegen vor Ort dann auch aufnehmen und auch umsetzen.

00:06:35: Wie haben Sie denn dann reagiert?

00:06:37: Also sie hatten ja die Idee und haben sich sicherlich da vor Ort auch erklärt und gesagt so wie Ihre Idee ist jetzt in dieser Form fortzusetzen oder sie zu führen beziehungsweise zu betreuen.

00:06:52: Wie haben die Kollegen und Kolleginnen dort reagiert?

00:06:55: Haben sie das gleich verstanden, was Sie von Ihnen wollten?

00:06:59: Ich sage mal so.

00:07:02: Ich hatte mir eingebildet es ist mehr Verständnis da wie dann da war.

00:07:06: also ich habe ein Learning draus war.

00:07:08: wirklich ich hätte es besser und mehr erklären müssen.

00:07:12: ja was steckt hinter dem Konzept.

00:07:14: was stecken hinter diesem Ansatz?

00:07:17: einfach einen klaren Rahmen zu schaffen Ziele zu definieren, Verantwortlichkeiten klarzumachen.

00:07:24: Da war von meiner Seite sicher im Vorfeld zu wenig da.

00:07:30: Es ist nicht durchgehend negativ aufgenommen worden weil auch den Kolleginnen und Kollegen vor Ort bewusst war dass es an anderen Alternativen einfach im Moment fehlt.

00:07:48: Ich habe auch eine gewisse Skepsis wahrgenommen und die Skepsi aber auch das im Rückblick sich ein bisschen unterschätzt.

00:07:57: Und hab mir gedacht, aus meinen eigenen Erfahrungen... Also ich habe davor in Arbeitsumfeldern gearbeitet wo es dazu gehört hat remote zu arbeiten, dezentral zu arbeiten sehr selbst organisiert zu arbeiten.

00:08:15: Die Kolleginnen und Kollegen werden sehr schnell im täglichen Doing dann vielleicht auch die Vorteile erkennen, die ich für mich erkannt habe.

00:08:22: Und ich habe sehr gerne in so einem Umfeld gearbeitet.

00:08:26: aber das war sicher ein Stück weit überfordernd für den oder die einen oder andere.

00:08:32: Woran haben Sie das denn dann festgestellt?

00:08:34: Dass es vielleicht nicht der passende Weg war...

00:08:40: Zuerst mal oder sehr markant daran oder darin, dass man sehr schnell gemerkt hat das an vielen Stellen eine große Verunsicherung eingetreten ist.

00:08:52: Das was ich eher vorausgesetzt habe zu sagen Naja Entscheidungsprozesse die werden ausgehandelt, die werden sehr direkt ausgehandelt.

00:09:01: Man kommt da sehr schnell zu Entscheidungen wenn nicht so ganz praktische Beispiele nehmen wie Wie komme ich denn zum Dienstplan, so eine klassische Dienstplangestaltung mit allem was dazugehört?

00:09:13: Dass da Dinge... Ja es sind Konflikte entstanden.

00:09:18: Dinge haben sich in die Länge gezogen.

00:09:19: Die Leute hatten eigentlich keine Möglichkeit bei solchen Themen dann eine Person zu haben, was ja im klassischen Sinn Leitung ist, die dann in solchen Packsituationen Entscheidungen trifft.

00:09:37: Ich habe es daran gemerkt, dass die Prozesse zwischen Verwaltung der Tochtergesellschaft liegt in dem konkreten Fall bei der Paulinenpflege in Winnenden.

00:09:49: Also Abteilungen wie Personal, IT oder Rechnungswesen.

00:09:54: Das wird alles abgeleistet für die Autista über die Paulinen Pflege Und da haben Kommunikationswege nicht gestimmt oder waren nicht vorhanden.

00:10:04: Man hatte keine klaren Ansprechpartner, was einfach im Alltag zu Verzögerungen und zur Verunsicherung auf allen Seiten geführt hat.

00:10:13: Da hat man es relativ schnell gemerkt.

00:10:16: Ein anderer Punkt war das ich unterschätzt hatte dass es auch Mitarbeiter mit arbeitenden Persönlichkeiten gibt die das vielleicht gar nicht möchten oder noch nicht möchten, für die es eher einschüchternd und überfordernd war in der Situation zu sein.

00:10:35: Wo man ihnen, sagen wir mal Verantwortung überlassen hat auch Entscheidungskompetenzen sozusagen macht ihr mal findet eine Lösung.

00:10:44: Das hätte auch sicher mehr an Vorbereitung gebraucht.

00:10:49: Wie viel Zeit ist vergangen bis sie gemerkt haben?

00:10:52: Oh je knirscht jetzt aber ganz schön.

00:10:55: Also es hat sich so ein bisschen aufgeschaukelt.

00:11:01: Ich habe es versucht, dann zu kompensieren mit einem Mehr an Präsenz vor Ort.

00:11:05: Also ich war jeden Monat wirklich zwei-drei Mal vor Ort und habe aber auch für mich gemerkt dass ich natürlich auch andere Themen, andere Aufgaben habe.

00:11:12: Und wenn ich die Zeit eben in Freiburg vor Ort bin was sehr wichtig war diese Zeit und diese Präsense dann natürlich an einer anderen Stelle gefehlt hat.

00:11:21: Ich konnte dadurch eine Zeit lang ein paar Monate einiges kompensieren.

00:11:26: Aber, sagen wir mal so auf Ende XXIII hin war relativ klar dass mit diesem Konstrukt ja so nicht weitermachen können.

00:11:38: Also wir haben dann in zu Beginn vierundzwanzig hat sich dann bis ins zweite Quartal reingezogen, dann da versucht durch das Wiederimplementieren von Leitungsstellen und leitungspersönlichkeiten vor Ort ein bisschen gegenzusteuern an dem grundsätzlichen Ansatz.

00:12:04: Das ist ja nicht neu und das habe ich mir nicht mehr ausgedacht, sondern dieses Thema Selbstorganisation von Teams, von Organisationseinheiten.

00:12:11: Von ganzen Organisationen ist ein Thema in der Breite.

00:12:14: Und es ist auch was wo wir nicht gänzlich sein lassen wollten.

00:12:18: also es ging nicht um Ausgehung von den negativen Erfahrungen Es ging nicht über Entweder oder Sondern wie kriegen wir dann einen sowohl als auch hin?

00:12:27: Nur

00:12:28: mal so für unsere Zuhörenden auch.

00:12:30: Wie groß war denn jetzt eigentlich die geografische Distanz, die Sie überbrücken mussten wenn sie da jetzt hingefahren sind?

00:12:38: Also Stuttgart-Freiburgs sind knappe zweihundert Kilometer.

00:12:42: Das ist nicht die Welt aber es ist natürlich für so einen... Ich war immer wieder tageweise unten das heißt ich bin sehr früh morgens los und dann am Nachmittag im Abend zurück für die Zuhörenden, die es jetzt nicht so einschätzen können.

00:12:58: Also aufgrund von Verkehrssituationen, Baustellen alles was man so kennt ist eine Distanz wo ich sage wenn's gut läuft bin ich bei ja zweieinhalb drei Stunden.

00:13:09: Wenn es verkehrsmäßig nicht zu gut läuft ist mal auch mal dreieinhalber oder vier Stunden einfach unterwegs.

00:13:15: Das kann man sich dann vorstellen wenn wir am Tag sieben Stunden auf der Straße verbringt.

00:13:20: und an diese Stunden vor Ort ist das schon sehr sportlich Genau und deswegen war es eigentlich immer verbunden mit mehrtägigen Aufenthalten, was ein bisschen kompensiert hat.

00:13:29: Man war vor Ort, man war ansprechbar, konnte sich direkt kümmern aber eben nicht in die Maße wie es im Alltag notwendig ist.

00:13:39: Hatten Sie das Gefühl wenn sie dann dort waren?

00:13:42: Das ist so eine Art Erleichterung.

00:13:44: Gott sei Dank, endlich sind Sie da und wir können jetzt mal unsere Sorgennöte fragen und Probleme bei Ihnen abladen.

00:13:51: oder war eher so ne Zurückhaltung?

00:13:54: Wie haben sie das selber so empfunden?

00:13:58: Ne, es war eher so das erste Bild, dass sie skizziert haben.

00:14:04: Ich sag jetzt mal als sehr positiv empfunden was natürlich den Effekt hatte, dass immer sehr viel auf einmal war und auch sehr ungefildert kam und auch von der Gewichtung her wenig sortiert.

00:14:17: also das waren wirklich Kleinigkeiten Aber es waren auch ganz große Themen und das hat's auch.

00:14:25: Auch das war ein Learning, was ich unterschätzt habe natürlich für mich dann sehr anspruchsvoll gemacht.

00:14:33: Die Tage die ich vor Ort war, die waren voll durchgetaktet weil ich natürlich auch jedem und jeder einen Raum einräumen wollte Und es bezieht sich nicht nur auf die Kolleginnen und Kollegen, sondern natürlich auch – das kennen Sie – auf Angehörige.

00:14:53: Auf sonstige Partner-Vertreterinnen von Leistungsträgern

00:14:58: etc.,

00:14:58: die sich auch sehr schwer damit getan haben keinen verantwortlichen Ansprechpartner vor Ort zu haben oder auf kurzen Wegen erreichen zu können.

00:15:06: Kann ich mir gut vorstellen?

00:15:08: Wie geht's denn jetzt dem Team dort?

00:15:12: Wir haben In der Zwischenzeit, was mich sehr freut ein recht stabiles Team.

00:15:20: Wir hatten seit Mittevierundzwanzig auch einen deutlichen Wachstum also die Mitarbeiterzahl ist gestiegen.

00:15:28: wir bewegen uns im Moment um die Fünfzig.

00:15:31: als ich damals begonnen habe waren es so um die zwanzig Mitarbeitenden knapp über Zwanzig.

00:15:37: Wir haben unterhalb der Geschäftsführung eine Einrichtungsleitung vor Ort Die bestimmte Angebote übergeordnet verantwortet.

00:15:44: Wir haben Teamleitungen, klassisch wie man sie kennt in Teilen der operativen Angebote und das hat sehr viel zur Beruhigung und zur Stabilisierung beigetragen auf allen Ebenen.

00:15:58: Wir haben trotzdem, und deswegen habe ich es vorhin gesagt.

00:16:00: Es ging nicht um ein Entweder oder wir haben uns trotzdem bemüht, sind noch in dem Bemühen und da auch noch im Entwicklungsprozess dieses Thema von Beteiligung aller Kolleginnen und Kollegen dieses Hierarchien wirklich flach halten, Entscheidungen, Entscheidungskompetenzen, Verantwortlichkeiten in den Teams zu belassen.

00:16:23: Und dort dort zu implementieren.

00:16:25: an diesem Ansatz haben wir festgehalten und haben da in der Zwischenzeit eine recht stabile, eine recht schöne Mischung.

00:16:32: Was mich noch interessiert Herr Kahl ist Sie haben gesagt jetzt gibt es da ja eine Einrichtungsleitung so diese Selbstverantwortung auch gelebt wird.

00:16:45: Das war wahrscheinlich auch ein Kriterium bei der Auswahl einer Einrichtungsleitung, dass die das jetzt beherrscht oder Erfahrungen darin hat?

00:16:54: Oder mussten sie dies sozusagen auch dahin entwickeln?

00:16:57: Wie war da der Prozess?

00:17:00: Also auch an der Stelle sowohl als auch, also für die Einrichtungsleitung.

00:17:04: Und das hat mich damals sehr gefreut haben wir einen Kollegen gewinnen können.

00:17:09: Wir haben gegründet des Unternehmens zwei tausendsehntzehn und zwar ein Kollege der ersten Stunde.

00:17:14: Der war einer der ersten Mitarbeiter, der dort dann in den Jahren in verschiedenen Rollen dabei war, der die ganzen Schwierigkeiten und Belastungen und Herausforderungen wirklich selber erlebt hat und erfahren hat Und der, ja mit dem ich in der Vorbereitung zur Stellenbesetzung wirklich intensiven Gesprächen war und auch da gelegt habe dass sich grundsätzlich an diesem Prinzip festhalten will.

00:17:43: Ja wir haben uns sehr viel unterhalten und er war das sehr offen.

00:17:48: Klar ist natürlich, dass das nicht von alleine entsteht und dass wir an den auch negativen Erfahrungen die wir gemacht haben da intensiv verbessern müssen und weiterarbeiten müssen.

00:17:58: Wir haben es teilweise begleiten lassen von außen durch Supervisionen, durch Köpfe in solchen Themen und in solchen Team-Entwicklungsprozessen was sich schlussendlich auch sehr erfahren war.

00:18:13: Das hat sehr geholfen.

00:18:14: Ich denke, so im eigenen Unternehmen das aus eigener Kraft hinzukriegen wäre deutlich schwieriger gewesen und wir haben auch bei der Auswahl der Teamleitungen schon in der Ausschreibung.

00:18:27: In den Interviews, in den Vorstellungsgesprächen sehr viel Wert darauf gelegt offen zu kommunizieren.

00:18:34: was erwartet euch zum einen hier für ein Arbeitsumfeld?

00:18:39: Und was für Persönlichkeiten suchen wir also?

00:18:41: neben der fachlichen Qualifikation suchen wir Leute, die ich sage es mal ein bisschen pflapsig Bock haben auf sowas.

00:18:48: Die das wollen und sich das vorstellen können, die in hohes Maß an Selbstorganisationen haben, die entwickeln möchten, die sich eindringen möchten.

00:18:58: Wir haben sehr viel Wert gelegt auf eine heterogene Teamzusammenstellung also wirkliche Leute mit einem unterschiedlichen Background, unterschiedlichem Lebens- und Berufsalter Und es ist uns trotz der Schwierigkeiten, die wir alle kennen was den aktuellen Arbeitsmarkt betrifft doch im Großen und Ganzen recht gut gelungen.

00:19:20: Es ist Luft nach oben.

00:19:21: Dieser Prozess wird auch noch eine ganze Zeit dauern und ich persönlich glaube, es wird ein stückweit auch ein dauerhafter Prozess bleiben weil es immer wieder Veränderungen gibt im Team.

00:19:31: Leute verändern sich innerhalb vom Unternehmen.

00:19:34: Sie verlassen das Unternehmen.

00:19:35: Es kommen neue dazu.

00:19:36: Das ist die normale Wandel, die normale Fluktuation.

00:19:43: Wird das ein dauerhafter Prozess bleiben, aber ich denke wir haben in einer relativ kurzen Zeit dieses Jahr ist da wirklich einiges an Fortschritten gemacht.

00:19:53: Haben einen klaren Rahmen?

00:19:54: Haben eine Stabilität?

00:19:56: Haben Arbeitsumfeld wo die Kolleginnen und Kollegen so auch arbeiten können?

00:20:02: Wenn ich das richtig so raushöre dann scheint es ja so zu sein dass das allerwichtigste war im Gespräch zu sein, sich auszutauschen über die eigenen Erwartungen und die Erwartung abzugleichen mit dem Gegenüber.

00:20:20: Damit sie alle in eine Richtung laufen?

00:20:22: Ist das auch so Ihr Fazit wenn Sie da noch mal zurückdenken?

00:20:27: Ja also ich nenne es wirklich ne offene Transparenze und konstruktive Kommunikation.

00:20:36: Das zum einen nie eine Einbahnstraße ist sondern dass Die Leute des Gefühl haben, im Gespräch sein zu können.

00:20:45: Sie sollen im Gesprächen sein und sie sollen das offen machen.

00:20:49: Offenkonstruktiv heißt nicht immer positiv sondern in so einem Prozess oder Situation ist es auch wichtig mal kritisch zu sein.

00:21:02: Das empfinden zu haben... Ich kann meine Meinung meine Sichtweise einbringen.

00:21:06: ich kann sie auch kritisch einbringen weil ich die Erfahrung gemacht habe, irgendwann müssen Entscheidungen getroffen werden.

00:21:15: Irgendwann muss irgendjemand Entscheidungen treffen.

00:21:17: aber wenn der Prozess der kommunikative Prozessen offener war und konstruktiver und kritischer war dann ist meine Erfahrung dass die Akzeptanz am Ende eine höhere ist Wie wenn ich das Gefühl habe, Ich werde nicht gehört.

00:21:32: Ich kann mich nicht einbringen.

00:21:34: Meine Meinung vielleicht auch meine Kritik ist eigentlich gar nicht erwünscht.

00:21:37: Auch wenn was anderes kommuniziert wird Deswegen würde ich Ihnen da recht geben Ist es ein sehr wichtiger Grundpfeiler.

00:21:45: Das eine ist die Unternehmensinternisicht, wie man das hinkriegt.

00:21:49: Was auch eine Herausforderung war, wo ich so eigentlich nicht gesehen habe, war dass ja auch externe Akteure Eltern, Angehörige, Leistungsdräger Auch wenn ich auf die Paulinenpflege gucke, eine Verwaltung Personalabteilungen Rechnungswesen, auch die ein sehr hohes Verlangen nach Klarheit haben und auch die sich sehr schwer getan haben damit sagen naja Wir hätten gerne den einen oder die eine Ansprechpartnerin, wo ich weiß.

00:22:19: Da kann ich ein Telefon hören und die Hand nehmen.

00:22:21: Die erreiche ich.

00:22:22: Und wenn ich natürlich so Verantwortlichkeiten breit aufteile, dann ist es auch eine Herausforderung für diese externen Partner.

00:22:30: Auch da muss erst mal ein Umdenken passieren, dass schlussendlich auch eine Akzeptanz für so ein Arbeitsumfeld von Außen gesehen entstehen kann.

00:22:41: Und auch da muss man kommunizieren.

00:22:43: Das was Sie gerade so berichtet haben, wie Sie das so erlebt haben hat mich sehr erinnert an eine Antwort die sie mal gegeben haben auf eine Frage und zwar die lautete.

00:22:55: Wie sind Sie zu Paulinenpflege gekommen?

00:22:59: Und da haben Sie geantwortet mit dem Pkw und ohne Google Maps.

00:23:03: damals gab es noch den guten alten Shell Atlas!

00:23:07: Ich glaube dass ist auch bis heute So ihre Herangehensweise ist.

00:23:13: Also nicht so den einfachen Weg zu nehmen, also mit einem Navi.

00:23:17: Ich tippe da was ein und dann kommen wir da schon an sondern dass sie sich da viel Mühe geben aus eigenen Kräften heraus auch etwas zu bewegen und zu bewirken.

00:23:29: Vielleicht so einen roter Faden bei ihnen oder?

00:23:33: Ja!

00:23:33: Und wenn man es jetzt mal übersetzt oder wenn man das Navi Beispiel nimmt meine Haltung oder meine Einstellung bezüglich meiner Leitungsrolle.

00:23:46: Man könnte es sich an vielen Stellen einfacher machen, wenn man den direkten Weg vorgibt und ihn eintippt.

00:23:52: Ich bevorzug immer den Ansatz meine Kolleginnen und Kollegen wirklich mit einzubinden Dinge gemeinsam zu machen Wege gemeinsam zu finden Lösungen gemeinsam zufinden.

00:24:07: Ja, das ist ein Teil meiner Haltung und meiner Definition für mich von Führung und von Leitung.

00:24:16: Ich bewege mich gerne in einem dynamischen Arbeitsumfeld wo Entwicklungen stattfinden, wo Entwicklungen passieren, Wachstum, neue Angebote, neue Dinge auszuprobieren.

00:24:29: ich glaube es liegt mir selbst reflektiert drauf geguckt vielleicht auch mehr wie Das klassische Verwalten von einer großen Einheit, einer sehr strukturierten Einheit.

00:24:43: Einer sehr klar geregelten Einheit.

00:24:46: nicht dass ich etwas gegen Strukturen habe ganz bestimmt nicht.

00:24:49: die sind richtig und wichtig und auch Prozesse.

00:24:52: aber entwickeln gemeinsam ist entwickeln gemeinsames tun schon was was ich sehr schätze.

00:25:01: Braucht, glaube ich auch das haben wir ja eben auch schon so festgestellt aber auch so einen gewissen Reifegrad bei den Mitarbeitenden damit die dann mithalten können?

00:25:10: Ja auf jeden Fall man hat manchmal das Glück man hat solche Mitarbeiter denn Persönlichkeiten oder findet sie?

00:25:20: der zweite Ansatz Das hatte ich vorher angesprochen ist natürlich auch die Möglichkeit der klassischen Personalentwicklung und Team Entwicklung Die Leute dazu zu befähigen.

00:25:30: Es ist aber auch zu akzeptieren, dass es Persönlichkeiten gibt, Mitarbeitende gibt die das für sich gar nicht wollen.

00:25:38: Und ich bin der Meinung auch, dass das richtig so.

00:25:42: Wenn jemand sagt Ich kann meine Leistung abrufen in einem Arbeitsumfeld wo ich klare Vorgaben habe Wo für mich eine klare Struktur ist wo ich weiß und gesagt bekommen wann ich was zu machen hab dann ist das auch in Ordnung.

00:25:55: dann ist vielleicht nicht jedes Arbeitsumfeld das richtige für so eine Persönlichkeit, aber das meine ich überhaupt nicht wertend.

00:26:02: Aber auch solche Persönlichkeiten in einem Team zu haben und andere die sagen nee ich habe eher Bock auf mehr Ich will mich einbringen, kann mich selbst organisieren.

00:26:13: Auch da kann man eine Balance hinbekommen.

00:26:15: Also auch da wieder einer meiner Lieblingsformulierungen Nicht entweder oder sondern also wohl als

00:26:21: auch Wenn Sie sich vorstellen, und bei Ihnen wird sich ja noch eine ganze Weile dauern.

00:26:27: Sie sind jetzt ganz neu im Ruhestand und blicken sozusagen auf Ihre Erfahrung zurück.

00:26:33: Wer diese Erfahrung etwas wo sie sagen würden naja da hätte ich verzichten können.

00:26:38: oder eher sie hat mich auch noch zu einer anderen neuen entwickelteren Führungsperson gemacht.

00:26:47: Wenn Sie mich das nicht in meinem künftigen Ruhestand fragen würden, sondern wenn sie mich das in Dreiundzwanzig gefragt hätten hätte ich sofort gesagt da hätte ich sehr gut darauf verzichten können.

00:26:55: Wenn ich jetzt oder auch in ein paar Jahren, wenn ich zurückblicken kann und zurückbliken darf dann ist es eine Erfahrung die ich ja auf gar keinen Fall missen wollen würde weil ich's hochspannend fand mich auf der einen Seite mit der Theorie von solchen Dingen zu beschäftigen.

00:27:13: Also New Work, alles was da was dazugehört finde ich hochspannend und dann aber auch erleben zu dürfen wie ist es wenn diese diese Theorien diese Ansätze auf die Realität treffen?

00:27:25: Und daraus zu lernen was habe ich unterschätzt?

00:27:28: wo hab ich mich geirrt?

00:27:29: wo habe ich zu viel vorausgesetzt und wo muss man auch da erkennen dass sich Theorie schon auch ein Stück weit immer den Arbeits- oder Arbeitsrealitäten vor Ort anpassen muss.

00:27:43: Deswegen nö, also auf gar keinen Fall verzichten.

00:27:46: ich finde es jetzt schon im Rückblick sehr lehrreich und das war eine höchst spannende Zeit.

00:27:53: Passt wieder Ihr Credo sowohl als auch richtig?

00:27:57: Genau!

00:27:59: Danke schön nochmal Herr Krall.

00:28:02: Hat mich total gefreut, dass Sie hier bei mir waren und wer weiß vielleicht begegnen wir uns ja noch einmal wieder?

00:28:10: Und dann klopfe ich bei Ihnen mal an und fragt nach wie es Ihnen weiterhin hoffentlich gut ergangen ist!

00:28:17: Sehr gerne und vielen Dank nochmal, dass ich dabei sein durfte.

00:28:22: Ich fand ein tolles Gespräch und ich werde den Podcast im Auge oder im Ohr behalten.

00:28:28: Dann können wir wieder mal reinhören.

00:28:30: Freut mich sehr, vielen Dank!

00:28:32: Danke schön!

00:28:35: Herzlichen Dank für deine kostbare Zeit in der du uns zugehört hast.

00:28:39: ich hoffe die heutige Folge hat dir gefallen.

00:28:42: Ich freue mich übrigens wenn Du eine Idee hast welches Führungsthema bzw welche Fehler ich mal aufgreifen sollte.

00:28:50: Auch dürfen sich gerne Personen bei mir melden, die von ihrem Führungsfehler berichten möchten.

00:28:54: Und falls du aber ganz andere Fragen hast oder Unterstützung in deinem Alltag als Führungskraft suchst – auch dann melde dich gerne bei mir!

00:29:02: Wir verabreden uns dann einfach im Zoom und schauen wie die richtige Strategie für dich aussehen könnte.

00:29:08: In den Show Notes findest du die Kontaktwege zu mir.

00:29:12: Also bis zum nächsten Mal wünsche ich dir wundervolle und genussvolle Tage.

00:29:16: Tschüss tschüss.

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